Es ist ein echter Klassiker: Bereits seit 1989 findet der Edelrid Allgäuer Klettercup mehr oder weniger non stop statt - damit ist unser Wettkampf zusammen mit dem legendären Rock Master in Arco der traditionsreichste Kletterwettkampf weltweit. Auch zur 34. Auflage in diesem Jahr lockte der Allgäucup wieder zahlreiche Kletterinnen und Kletterer aus dem gesamten süddeutschen Raum zu uns ins swoboda alpin – die 110 Startplätze waren bereits nach einer Woche vergeben. Auf alle Teilnehmer*innen warteten wieder sechs Qualifikationsrouten im Schwierigkeitsgrad von 8- bis 9+, in denen Punkte für das große Finale am Abend gesammelt werden konnten. Hier durften dann noch einmal die punktbesten Teilnehmer*innen der Damen- & Herren-Hauptklasse sowie aus drei weiteren Altersklassen antreten.
Als erste in die Finalrouten einsteigen durften die „alten Hasen“ der Ü55-Klasse, darunter auch Teilnehmer, die dem Allgäu Cup schon seit 30 Jahren die Treue halten. Das Podium der Ü55-Herren war in diesem Jahr identisch mit dem des Vorjahres: Stärkster Starter war einmal mehr Christoph Thees (DAV Alpenkranzl Erding) vor Manfred Hennig (DAV München-Oberland) und Klaus Zugmaier (Leutkirch). Ü55-Damen waren in diesem Jahr leider nicht am Start.
Dafür fand sich bei den Damen der Ü40-Klasse in diesem Jahr ein neues Gesicht auf dem obersten Stockerlplatz: Gleich bei ihrem ersten Start beim Allgäucup konnte Roumiana Thurmann (DAV München-Oberland) den Sieg mit nach Hause nehmen. Platz zwei ging an die Vorjahreszweite Nikola Wörz (Alpenkranzl Erding). Der dritte Platz auf dem Podium musste in diesem Jahr leider unbesetzt bleiben – zwei weitere Ü40-Starterinnen hatten krankheitsbedingt absagen müssen.
Großer Sport wurde auch wieder bei den Ü40-Herren geboten, die die Podiumsplätze in einem Kopf-an-Kopf-Rennen ausmachten: Knapp die Nase vorn hatte am Ende der Vorjahreszweite Thomas Müller (DAV Friedrichshafen), der zwar im Finale die gleiche Höhe wie Markus Musil (DAV Allgäu-Kempten) erreichte, in der Qualifikation aber etwas mehr Punkte gesammelt hatte. Und auch Platz drei wurde über die Vorrundenergebnisse vergeben: Erdmann Käppeler (DAV Allgäu-Kempten) sicherte sich aufgrund des besseren Qualifikationsergebnisses den letzten Stockerlplatz, nachdem er im Finale die gleiche Höhe wie Hansi Kassner (Illertissen) erklettert hatte.
Besonders beeindruckend waren wieder die Leistungen der Nachwuchskletter*innen in der U15-Klasse: Bei der weiblichen Jugend konnte sich die Vorjahresdritte Kyra Dericks (DAV München-Oberland) dieses Mal durchsetzen und den Sieg mit nach Hause nehmen. Knapp dahinter landete wie bereits im letzten Jahr Ronja Mayer (SG Ulm/Neu-Ulm/SSV Ulm) auf Platz zwei. Das Podium wurde komplettiert durch Ronjas Teamkollegin Milla Weidelich.
Bei den U15-Jungs konnten die Zuschauer*innen eine spektakuläre Begehung der Finalroute durch Noah Chiver (SG Ulm/Neu-Ulm/SSV Ulm) bestaunen, der gerade noch mit den Fingerkuppen am letzten Griff hängen blieb und sich damit nicht nur den Sieg, sondern auch das einzige Top der Finalroute, in der zuvor auch die Ü55- und Ü40-Herren unterwegs gewesen waren, sicherte. Knapp dahinter landete mit Luis Harlacher (SG Ulm/Neu-Ulm/SSV Ulm) der jüngste Starter auf Platz zwei. Mit seinen gerade einmal zehn Jahren wäre ihm fast ebenfalls der Durchstieg der Finalroute im oberen neunten Schwierigkeitsgrad geglückt. David Ruprecht (DAV Allgäu-Kempten) auf Platz drei sorgte für einen weiteren Kemptner Podestplatz. Die Youngsters aus unseren Leistungsgruppen waren beim Wettkampf zahlenmäßig sehr stark vertreten und stellten zusammen mit den Ulmern die beiden stärksten Teams.
Nachdem die Sieger*innen in den Altersklassenwertungen ermittelt waren, gehörte die Wand den besten Damen und Herren. In Abwesenheit der Vorjahressiegerinnen war bei den Damen klar, dass die Kässpatzenschüssel in diesem Jahr an eine neue Siegerin gehen würde. Die Stärkste an diesem Tag war Mona Kuisle (DAV Allgäu-Immenstadt), die bereits die Qualifikation als Erste abgeschlossen hatte und an der auch im Finale niemand vorbeiklettern konnte. Beinahe hätte es für sie auch noch für den Durchstieg der Finalroute gereicht – nur ein Zug fehlte ihr zum Top. Auf Platz zwei kletterte Lokalmatadorin Lena Wagner (DAV Allgäu-Kempten), die sich mit einem Griff mehr vor Rebecca Frölich (DAV Ingolstadt) durchsetzen konnte.
Bei den Herren gab es ein unerwartet großes Starterfeld im Finale, nachdem gleich zwölf Teilnehmer alle Qualifikationsrouten durchsteigen konnten. Dies gab dem Finale noch eine zusätzliche Würze, denn nachdem es keine Möglichkeit gab, bei einem eventuellen Gleichstand im Finale die Qualifikation als Entscheidungskriterium hinzuzuziehen, zählte zusätzlich die Kletterzeit im Finale. Und die gab am Ende dann auch den Ausschlag: Sowohl Michael Ullrich (DAV Memmingen) als auch Stefan Heubusch (Illertissen) kletterten beide die Finalroute bis ganz nach oben – Ullrich aber mehr als eine Minute schneller als Heubusch. Damit konnte Ullrich, der bereits mehrere bayerische Meistertitel und 2021 den Deutschen Vizemeistertitel im Lead erklettern konnte, bei seiner Allgäucup-Premiere gleich den Sieg mit nach Hause nehmen. Der Zweite Stefan Heubusch holte mit dieser Platzierung sein bisher bestes Allgäucup-Ergebnis, nachdem er 2023 bereits Dritter gewesen war. Auf diesem Rang folgte in diesem Jahr Youngster Henrik Keßler (Konstanz), dem nur zwei Züge zum Top fehlten. Bester Kemptner wurde Christian Kupfahl auf Platz 4.
Eine große Tombola nach der Siegerehrung beendete dann einen langen Klettertag im swoboda alpin. Die Allgäuer und süddeutschen Kletter*innen dürfen sich aber jetzt schon auf die 35. Auflage des Edelrid Allgäuer Klettercups am 5.12.2026 freuen.
Ein Riesen-Dankeschön gebührt nicht nur allen Teilnehmer*innen und Zuschauer*innen, die den Allgäuer Klettercup auch in diesem Jahr wieder zu einer tollen Veranstaltung mit großartiger Stimmung gemacht haben, sondern vor allem unserem besten Helferteam der Welt, das an einem sehr langen Wettkampf vor und hinter den Kulissen einen top Job gemacht hat! Vor allem die Schiedsrichter hatten mit der verlängerten Qualizeit sehr viel zu tun. DANKE an alle, dass ihr dabei wart!!
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Fotos: Markus Kroha - Eine große Fotogalerie findet sich in Kürze >hier